Landwirtschaft im Landkreis

Wir stehen seit 5 Minuten auf dem Bauernhof der Familie Schmiedchen in Wartenburg – und sehen schon den dritten Roboter, der völlig autark seinen Dienst tut. Wenn man was über Digitalisierung lernen will, muss man also aufs Land fahren. Modern denken, modern leben. „Man muss nur darauf achten, dass die Technik für die Bauern arbeitet und nicht umgedreht.“ sagt Landwirtin Heike Schmiedchen, während eine Kuh in den automatischen Melkstand läuft.

Die Landwirte stellen sich auf ständig wechselnde Bedingungen ein. Preisverfall, Trockenheit, Regulierung, Technisierung. Sie gehen pragmatisch damit um, doch die Sorgen stehen ihnen ins Gesicht geschrieben. Der Mais, den sie verfüttern, ist von der Trockenheit gezeichnet. Die Kühe fressen einen Teil nicht. Der Raps, den sie verfüttern wollen, könnte von Schädlingen aufgefressen werden, wenn sie, wie sie befürchten, die Blüten nicht behandeln dürfen. Vielleicht müssen sie zukaufen. „Dabei haben wir hier die besten Flächen“ sagt die Landwirtin mit Blick auf die Elbaue.

Bevor ich mir am Regiomaten ein Glas Leberkäse hole, reden wir noch über die dörfliche Gemeinschaft. „Wir halten hier gut zusammen und stellen Einiges auf die Beine.“ sagt Heike Schmiedchen über Wartenburg. Mich interessiert, wie ich diese Gemeinschaft als Landrat stärken und fördern kann.

  • Erstmal geht es natürlich darum, dass Traditionen wie die Fastnachen die Corona-Pandemie überstehen. Also: testen, impfen, die Pandemie in den Griff kriegen.
  • Und dann brauchen die Wartenburger eine Gastwirtschaft als Ort, um sich zu treffen und als Infrastruktur. Der Wirt der letzten von drei Gaststätten in Wartenburg hat aber angekündigt aufzuhören. Die Dorfkneipe als Gegenstand der Engagementförderung – diese Idee nehme ich mit aus Wartenburg.

Eine innovative Landwirtschaft und ein funktionierendes ländliches Leben sind wichtig für einen attraktiven Landkreis. In Wartenburg sieht man, wie es funktionieren kann und was man tun muss, um diesen Standortfaktor zu erhalten.

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