Reinharz – Im Wasser gebaut

Ich kandidiere als Landrat. Das heißt, ich will Chef der Kreisverwaltung werden. Da freut es mich natürlich, wenn man zu einem Termin kommt, und als erstes wird die Kreisverwaltung gelobt. „Ohne die Untere Wasserbehörde wäre das hier immer noch trocken!“ sagt Heinz Stegert und weist auf den inzwischen wieder gefüllten Schlossteich in Reinharz. „Das war eine gute Kooperation.“

Heinz Stegert ist Ortsbürgermeister von Bad Schmiedeberg und damit auch für den Ortsteil Reinharz. Dort steht ein Wasserschloss, an dessen Wiedererweckung private Investoren werkeln. Wenn der Schlossteich trocken fällt, verlieren die Eichenbalken, auf denen das Schloss steht, an Stabilität. Neue Risse und Setzungen zeugen davon.

Verbindungen herstellen

Im Oktober 2020 hatten Heinz Stegert und andere engagierte Bürgerinnen und Bürger die Lage in Reinharz bei einer Veranstaltung der SPD-Fraktion des Landtages in Pretzsch geschildert. Damals lag der Teich trocken. Jetzt, ein halbes Jahr später, ist er wieder gefüllt. Landtagsabgeordneter Holger Hövelmann und der Landrat hatten einen Vor-Ort-Termin versprochen – und gehalten. Heinz Stegert zeigt mir Fotos davon. Offensichtlich, konnten hier die richtigen Verbindungen hergestellt werden. „Wenn alle mit anpacken und vernünftig miteinander reden, können wir was bewegen.“ sagt er. Das möchte ich als Landrat beherzigen, das Gespräch suchen und helfen, wo angepackt wird.

Was das im Einzelnen heißt, beeindruckt mich. Informieren, überzeugen, baggern, Rückschläge verkraften, warten und wieder los legen. Anpacken, dass hieß hier, auch Biberdämme abzubauen, damit das Wasser wieder bis zum Schloss kommt. Ich finde es richtig, dass hier Biberburgen zugunsten des Löserschen Schlosses weichen mussten – in anderen Fällen mag das anders sein.

(Keine) Schöne Aussicht

Wir fahren noch durch Großwig, wo ein gut gepflegter Spielplatz auf Kinder und besseres Wetter wartet. Auch dieser Spielplatz ist eine Frucht bürgerschaftlichen Engagements. Hier ist investiert und gebaut wurden – für die Kinder und damit für die Zukunft des Ortes.

In die Zukunft der „Schönen Aussicht“ wurde auch investiert, die Aussichten sind angesichts der aktuellen Lage allerdings nicht so schön. Die Schließung der Gastronomie und die Kontaktbeschränkungen treffen die Betreiber von Restaurant und Partyservice doppelt. Unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Turmes geht nur ein bisschen to-go. Und so wird zum Schluss der Runde mit Heinz Stegert auch nochmal deutlich: Corona zu bekämpfen, impfen, testen und die Menschen im Kreis mitnehmen, das bleibt die vordringlichste Aufgabe bis zur Wahl am 6. Juni und auch danach.

Lesen Sie auch den Artikel zu meinem Besuch in Reinharz und Großwig im Dübener Wochenspiegel auf Seite 5.

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