Gruß aus Schweinitz

Von Annaburg kommend erhebt sich hinter Wäldern und Feldern am Ufer der Schwarzen Elster die markante Silhouette einer Stadt. Vielleicht ist es übertrieben, bei der Ansicht von Schweinitz von einer Skyline zu sprechen, aber die Fachwerkhäuser der Altstadt und das etwas erhöhte Amtshaus sind schon imposant. „Der klassische Altstadtblick“ zeigt Bastian Schüßler durch den Nieselregen von der anderen Seite des Flusses. Hier führt der Elster-Radweg entlang, der Gelegenheit für eine schöne Wochenendtour bietet. „Ein Radweg für den Alltag entlang der Straße fehlt aber.“ gibt mir Schüßler mit.

Campus Schweinitz

Bastian Schüßler ist im Elternrat der Schule aktiv und als ich den Versicherungsvertreter fragte, ob er mir seinen Ort zeigen wolle, schlägt er die Schule als Treffpunkt vor. Vor der Grundschule empfängt ein neu gemachter Buswendeplatz die Kleinen. Daneben steht eine neue Turnhalle und auch der Kindergarten dahinter ist neu und hat einen riesigen Spielplatz. Jugendliche kicken auf dem Bolzplatz. Auch nagelneu. Der Rasenplatz ist älter, scheint auf dem ersten Blick aber ebenfalls ein ordentliches Geläuf zu sein. Hier ist ein Campus gewachsen, der ein Pfund ist, um Familien nach Schweinitz zu holen und hier zu halten.

Ein weiteres Pfund ist das Vereinsleben. Wer neu nach Schweinitz kommt, erhält schnell einen Anruf von Norbert Müller. Der Lehrer wirbt für den Spielmannszug Schweinitz 1910 e.V., dem er bis 2019 vorstand. Gemeinsam mit dem Heimatfestverein schafft der Spielmannszug regionale Identität und Zusammenhalt. „Zum Heimatfest ist Schweinitz Grün-Weiß“ erzählt mir Norbert Müller „und alle machen mit.“

Vereinsleben im Amtshaus

„Wie kann man dieses Engagement und diesen Zusammenhalt unterstützen?“ frage ich. Norbert Müller verweist auf das mächtige Amtshaus. Das könnte das Haus der Vereine werden. Außen ist es weitgehend saniert, aber für den Innenausbau müsste es eine Art Trägerverein geben. Den aufzubauen, dafür könne man Unterstützung gebrauchen. Beim Gespräch mit Pfarrer Christoph Krause hatten wir darüber gesprochen, dass der Kreis so eine Art Gründerberatung und -begleitung anbieten könnte. Wir vereinbaren dazu im Gespräch zu bleiben.

Unterdessen nieselt es weiter. Kein guter Tag für einen weiteren Rundgang durch das Städtchen, das neben schönen Ecken auch einige Stellen hat, die meine Gesprächspartner ärgern. Eine Brandruine zum Beispiel, die mitten in der Altstadt nicht abgerissen werden kann. Doch darüber werden wir beim nächsten Mal sprechen – wenn ich als Landrat wieder komme, oder mit meiner Familie zum Heimatfest.

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